Einstieg ins vegane Leben leicht gemacht (Teil 3)

Hier kommt der letzte Teil unseres Leitfadens für den Einstieg ins vegane Leben. Viel Spaß bei der Umsetzung.

Tipp 8: Erweitere deinen Blickwinkel 

Das vegane Leben erstreckt sich ja nicht nur auf die Ernährung, sondern betrifft auch alle anderen Lebensbereiche, wie z.B. Mode und Kosmetik. Gerade bei letzterem ist es am Anfang gar nicht so einfach vegane Alternativen zu finden angesichts des Dschungels an Produkten, Siegeln und Firmenaussagen. Wir versuchen nachfolgend ein bißchen Licht in den Dickicht zu bringen:

  • Die Begriffe vegane Kosmetik, tierversuchsfreie Kosmetik und Naturkosmetik beschreiben nicht das Gleiche. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Siegel, angefangen bei der Veganblume über den „Springenden Hasen“ bis hin zum Siegel des Bundesverbands der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (BDIH). Sie werden alle nach verschiedenen Kriterien und Schwerpunkten vergeben. Welche diese sind und welche Details du beachten solltest, kann man auf peta50plus.de/kosmetik-ohne-tierversuche/ nachlesen.
  • Viele Firmenaussagen sind so formuliert, dass man auf den ersten Blick denkt, dass sie scheinbar keine Tierversuche für ihre Produkte durchführen. Das ist aber tückisch, denn so schließt beispielsweise der Satz „Dieses Unternehmen testet nicht an Tieren“ nicht aus, dass Tierversuche in Auftrag gegeben wurden oder dass die Produkte in China verkauft werden, wo bei der Einfuhr neuer Kosmetika Tests an Tieren durchgeführt werden müssen. 
  • Frage direkt beim Hersteller nach. Was Du dabei beachten musst, kannst du unter Peta.de/kosmetik-tierversuchsfrei nachlesen.
  • Sehr hilfreich ist die PETAs Liste „Kosmetik ohne Tierversuche“. Dort sind ausschließlich Produkte zu finden, die ohne Tierversuche hergestellt und nicht in Ländern vermarktet werden, in denen Tests an Tieren gesetzlich vorgeschrieben sind. Unternehmen, die in der PETA-Kosmetikliste aufgenommen werden wollen, müssen umfangreiche Fragebögen ausfüllen und eine Zusicherungserklärung zum Verzicht auf Tierversuche unterzeichnen.

Tipp 9: Miste deinen Kleiderschrank aus

Zum veganen Leben gehört natürlich auch die Kleidung. Neben offensichtlich nicht-veganen Textilien wie Lederjacken oder Pelzmäntel gibt es auch einige bei denen Vorurteile verbreitet werden, die nicht der Realität entsprechen. Hier ein paar Beispiele:

  • Tierleidfrei „erzeugte“ Daunen gibt es nicht. Zertifikate wie der „Responsible Down Standard“ oder die „Non Live-Plucked Products Guarantee“ können eine artgerechte Haltung nicht garantieren oder den Lebendrupf von Gänsen und Enten verhindern. 
  • Leder ist kein umweltfreundliches „Naturprodukt“: Um die Verwesung der Tierhäute zu verhindern, werden bei der Lederverarbeitung zahlreiche Chemikalien wie Chrom (VI) benutzt, die hochgradig umweltschädlich sind, häufig Allergien auslösen und sogar das Krebsrisiko erhöhen können.
  • Wolle aus „artgerechter Haltung“ gibt es nicht. Schafe müssen nicht sowieso geschoren werden. Für maximale Wollleistung wurden speziell Rassen wie Merinoschafe gezüchtet, die keinen natürlichen Fellwechsel mehr besitzen.  Wolle ist ein Produkt extremer Grausamkeit und voller Tierleid. 

Auf Nummer sicher kannst du mit Produkten gehen, die das „PETA-Approved Vegan“  Logo tragen. Damit erkennst du jene Produkte, für die kein Tier leiden musste. Bei BVeganly benutzen wir ausschließlich Textilien, die dieses PETA-Approved Siegel tragen.

Tipp 10: Bleibe konsequent!

Zu allererst ganz wichtig: Habe Geduld mit Dir und lasse Dich nicht von „Ausrutschern“ frustrieren. Sei nicht zu streng mit Dir, sondern behalte dein Ziel im Auge. Vielleicht helfen Dir ja die folgenden Tipps dabei: 

  • Stehe klar zu deiner Entscheidung. Deine Mitmenschen werden sich schneller daran gewöhnen als Du jetzt denkst.
  • Umgebe Dich mit Gleichgesinnten! Vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe eine Tierrechtsgruppe, eine lokale Vegan-Gruppe oder vegane Kochkurse.
  • Rufe Dir in Erinnerung, warum du vegan lebst.
  • Veganisiere Deine Lieblingsessen.
  • Verkompliziere Dich nicht. Halte es einfach und stresse Dich nicht. Du musst nicht gleich zum Masterchef der veganen Küche werden. Einfache Gerichte sind auch super lecker. Von BVeganly bekommst Du jeden Donnerstag einfache Rezeptideen.  

Hast Du noch Tipps für unsere BVeganly Community? Dann schreibe uns an support@bveganly.de oder auf #bveganly oder Instagram. Wir freuen uns, von Dir zu hören.